Chefdirigent Hans-Christoph Rademann nimmt Abschied vom Berliner RIAS-Kammerchor

Spannungsvolle Begegnungen von alter und neuer Musik: Hans-Christoph Rademann nimmt am Ende der gegenwärtigen Spielzeit nach acht erfolgreichen Jahren als Chefdirigent Abschied vom Berliner RIAS-Kammerchor

Berlin besitzt zwei Rundfunkchöre der internationalen Spitzenqualität. Beide genießen im eigenen Land wie auch in weiten Teilen Europas und darüber hinaus hohes Ansehen. Jeder von ihnen hat jedoch ein unverwechselbar eigenes Profil. Der RIAS-Kammerchor zählt nur etwa die Hälfte der Mitglieder seines um mehrere Jahrzehnte älteren Partners (oder sollte man sagen: Rivalen ?). Auch die Zahl seiner Konzerte ist etwas geringer. Tourneen durch das In- und Ausland nehmen aber mindestens den gleichen Umfang ein. Ins Leben gerufen wurde der Chor 1948 als Ensemble des Rundfunks im Amerikanischen Sektor (RIAS), dessen Kurzbezeichnung er noch heute führt. Er erreichte unter seinen ersten Leitern, Karl Ristenpart, Herbert Froitzheim und Günther Arndt, schon sehr bald weit über Berlin hinaus hohes Ansehen, das sich seit 1972 unter Uwe Gronostay, Marcus Creed und Daniel Reuss permanent weiterentwickelte.

Weiterlesen

Packende Entdeckungen im 2. FORUM-Konzert des RIAS-Kammerchores

Experimentierfeld großer Chorkunst

Seit neun Spielzeiten macht der RIAS-Kammerchor in Berlin mit seinen FORUM-Konzerten von sich reden. An zum Teil ungewöhnlichen Orten veranstaltet, haben sie sich als ideales Experimentierfeld selten zu hörender und wiederentdeckenswerter Chorkunst vom Mittelalter bis zur Gegenwart erwiesen und zumeist nachhaltigen Widerhall gefunden. Das gilt auch für den zweiten der vier Abende in der gegenwärtigen Spielzeit. Er fand drei Tage nach dem Ewigkeitssonntag in der Berliner Marienkirche statt und erhielt sein Leitmotiv durch das monumentale Totentanzfresko in deren Turmhalle.

Weiterlesen

Über die Grenzen der Religionen und Konfessionen

Umfangreiche Begegnungen mit geistlicher Musik in den Konzerten des RIAS-Kammerchores

Der RIAS-Kammerchor hat sein ganz eigenes, unverwechselbares Profil, das auch die Berliner Konzerte der kommenden Wochen und Monate bestimmen wird. Er zählt – seit zwei Jahrzehnten mit dem Alte-Musik-Spezialisten René Jacobs verbunden – zu den Pionieren der historischen Aufführungspraxis, setzt sich aber auch beispielhaft für die Musik des 20. Jahrhunderts und der Gegenwart ein. Der Musica sacra widmet er sich – die Grenzen der Religionen und Konfessionen überschreitend – in noch größerem Umfang als der Rundfunkchor. Mit gutem Grund, stammt doch Hans-Christoph Rademann, der den Chor seit 2007 als Chefdirigent leitet, selbst aus einer Kirchenmusikerfamilie und wurde entscheidend geprägt durch den Dresdner Kreuzchor, zu dessen Präfekten er zuletzt gehörte.

Weiterlesen

Musica sacra aus sechs Jahrhunderten

Der Berliner Rundfunkchor bringt in der neuen Spielzeit mehr als 40 geistliche Werke zur Aufführung.

Mit dem Rundfunkchor, dessen wechselvolle Geschichte bis 1925 zurückreicht, und dem 23 Jahre später gegründeten RIAS-Kammerchor besitzt Berlin zwei Sängervereinigungen, die weltweit zur absoluten Spitzenklasse zählen. Von ihnen sind alljährlich auch wegweisende Aufführungen geistlicher Werke zu erleben. Der ältere der beiden Chöre singt bereits zur Eröffnung der neuen Spielzeit am 4. September in der Philharmonie mit dem Concertgebouw-Orchester Amsterdam unter Mariss Jansons zwei Schlüsselwerke des 20. Jahrhunderts: Igor Strawinskys Psalmensinfonie und »Ein Überlebender von Warschau« von Arnold Schönberg. Elf Tage später folgt unter dem Motto »Kreuzberg trifft Amerika« ein Wandelkonzert an drei Stationen mit Werken u.a. von Randall Thompson, Aaron Copland, Elliot Carter und David Lang, das am Abend in der Heilig-Kreuz-Kirche unter dem Chefdirigenten des Chores, Simon Halsey, mit Psalmvertonungen von Leonard Bernstein und Charles Ives seinen Abschluss findet.

Weiterlesen