Puccinis Turandot am Cottbuser Staatstheater: stehende Beifallsbekundungen

Staatstheater Cottbus
TURANDOT
Oper von Giacomo Puccini
Szenenfoto mit: (im Vordergrund) Soojin Moon (Turandot) und Martin Shalita (Calaf); (im Hintergrund) Ulrich Schneider (Timur)
© Marlies Kross

Puccinis letzte  Oper „Turandot“ wurde nach 90 Jahren erstmals wieder am Cottbuser Staatstheater inszeniert.

Das Premierenpublikum war begeistert. Mit stehenden Beifallsbekundungen  bedankte es sich am vergangenen Sonntag, nicht nur bei den Hauptdarstellern, für einen abwechslungsreichen, gelungenen Opernabend

Donizetti besticht durch glänzend melodische Erfindungsgabe

Donizetti, unbestrittener Herrscher der italienischen Oper

Von dem Dreigestirn der italienischen Opernkomponisten des 19. Jahrhunderts Rossini, Bellini, Donizetti war Letzterer der Produktivste. Auf über 70 Opern hat es der 1797 in Bergamo als Sohn eines Pfandhauspförtners Geborene innerhalb von 27 Jahren gebracht. Er verfügte über eine glänzend melodische Erfindungsgabe, die seinen Werken die Frische und Lebendigkeit verlieh, die das Publikum, das unterhalten werden wollte, von ihm erwartete.

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Bravorufe am Schluss: Gaetano Donizettis selten aufgeführte Oper DIE FAVORITIN in französischer Originalfassung in Cottbus

Nachdem vor drei Jahren mit LUCIA DA LAMMERMOOR eine der genialsten Kreationen Donizettis am Staatstheater Cottbus zur Aufführung kam, ist derzeit ein weiteres Werk des italieniscben „Praktikers des Operntheaters“ ebenda zu erleben.

Unter dem Dirigat Ivo Hentschels und in der Regie des Hausherrn Martin Schüler feierte am 17. Oktober die1840 in Paris uraufgeführte Belcanto-Oper DIE FAVORITIN im Jugendstilhaus am Schillerplatz eine mit Bravorufen bedachte Premiere.

Wir berichten demnãchst ausführlich darüber. Vorerst einige Impressionen in Bildern der Theaterfotografin Marlies Kross

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Das Kunstmuseum Wolfsburg – hochkarätige Sammlung von Gegenwartskunst und Labor einer globalen Ausrichtung

Dr. Ralf Beil ist seit Februar 2015 Direktor des innerhalb von 20 Jahren internationale Ausstrahlung erlangten Hauses

An der Kürze der Fahrt gemessen, könnte Wolfsburg ein Vorort von Berlin sein. Dass die durch „Volkswagen“ emporgewachsene, geprägte und in die Schlagzeilen gekommene Stadt an der Aller 120 000 Einwohner zählen soll, vermutet man nicht, wenn man von der Bundeshauptstadt kommend auf dem Bahnhof eintrifft. Doch der Service in der Tourist-Information ist großstädtisch. Und die Kunsthalle mit dem Japangarten im Innenhof, die in ihrer grauen Erhabenheit die Sternwarte in unmittelbarer Nähe überragt, unterstützt dieses Empfinden. Sie wurde von dem Hamburger Architekturbüro Schweger und Partner als offene, transparente Stadtloggia mit einem weit überspannenden Glasdach auf dem Hollerplatz konzipiert. Die 16 Meter hohe zentrale Halle, an drei Seiten von variablen Ausstellungsräumen umgeben, und die separate zweigeschossige Galerie bieten den Kuratoren und Museumsarchitekten ungeahnte Möglichkeiten.


Das von einer gemeinnützigen Stiftung getragene Kunstmuseum, das sich von Anbeginn als Forum der Künste und des Lebens versteht, weiß sich zu präsentieren. 1994 feierte es die Eröffnung mit einer Retrospektive des französischen Malers und Graphikers Fernand Léger. Seitdem wurden über 125 Ausstellungen gezeigt. Zum 20jährigen Jubiläum, war es die Schau „Oskar Kokoschka, Humanist und Rebell, die das Publikum in seinen Bann zog. Immer wieder präsentierte sich das Museum als „weltoffene Schaubühne“ mit kontrastreichem Programm, großangelegten historischen und thematischen Ausstellungen: Japan und der Westen, 2007, ArchiSkulptur; Interieur/Exterieur, umfangreichen und kleineren Werkschauen von Künstlern wie Bart van der Leck, Andy Warhol, Olafur Eliasson, Rebecca Horn, Alberto Giacometti, Neo Rauch, Frank Stella, Roy Lichtenstein.

Bis zum 13. September diesen Jahres war es der österreichische Bildhauer Erwin Wurm, „der Meister des großartig Unzweckmäßigen“ der u.a. in der zentralen Ausstellungshalle mit Fichte den Märchen- und Mythenwald der Deutschen Kopf stehen ließ. Parallel dazu lotete Walk The Line die Artikulationsmöglichkeiten zwischen Bild und Schrift, zwischen Fläche, Linie und Raum aus, zeigte, dass Zeichnen auch „Denken mit dem Stift“ bedeutet.

Gegenwärtig – und noch bis 31. Januar nächsten Jahres – ist Dark Mirror. lateinamerikanische Kunst seit 1968 im Kunstmuseum präsent. Eine Schau, die mit 150 Werken aller Kunstgattungen, Installationen, Objekten, Gemälden, Fotografien, Videos und Papierarbeiten, auf 1100 Quadratmetern Fläche die Vielseitigkeit der Kunst Mittel- und Südamerikas erahnen lässt. „Sie dient uns damit zugleich“, so der neue Museumsdirektor, Dr. Ralf Beil, „als erstes Labor einer globalen Ausrichtung und Sammlungserweiterung“.

Seit Februar leitet Dr. Ralf Beil die Geschicke des Hauses. Bis dahin hatte der 1965 in Kobe (Japan) Geborene neun Jahre lang das Direktorat des Institut Mathildenhöhe Darmstadt inne. “Für mich, als dritten Direktor des Kunstmuseums ist Welterkenntnis durch Kunst und Kultur im weitesten Sinne die zentrale Triebfeder meiner Arbeit“, resümierte er nach 100 Tagen Amtszeit Er sieht das Museum als Bewusstseinsmaschine: „Woher kommen wir – Wo stehen wir – Wohin gehen wir“. Sein Ziel ist ein Museum mit Weitwinkel, das zugleich Mikroperspektiven wahrnehmbar macht und immer wieder die Grenzen zu unser aller Leben überschreitet. „Kunst braucht Raum, um sich zu entfalten, und den wollen und können wir ihr hier im Kunstmuseum Wolfsburg geben“.

Der neue Mann will das komplette Gebäude auf den Prüfstand stellen. „Ob im Leben oder in der Kunst – zentral ist, dass wir mit Veränderungen bei uns selbst beginnen, vor unserer Haustür, in unmittelbarer Umgebung“. Deshalb wird die für Frühjahr 2016 konzipierte Ausstellung Wolfsburg Unlimited heißen. Zahlreiche Künstler sollen die Stadt im Museum und das Museum in der Stadt spiegeln. Im Herbst/Winter 2016 will der Chef mit der Ausstellung This was Tomorrow. Die Erfindung der PopArt in Großbritannien einen mikroskopischen Blick auf das England der Nachkriegszeit werfen und die Ursprünge der westlichen Mediengesellschaft in den 1950er und 1960er Jahren beleuchten. Danach ist, parallel zur documenta 14, die Soloschau eines Gegenwartskünstlers angedacht und im Herbst/Winter 2017 soll „mit Panoramablick und Tiefenschärfe die Weite Amerikas als ebenso mythologische wie geopolitische Konstante“ in den Fokus genommen werden.

 

Maria Brigitte Hanke

Der Nicolai Verlag punktet mit einem opulenten Jubiläumsband zum 25 jährigen Bestehen der Brandenburgischen Sommerkonzerte

„Geh aus mein Herz….“, das Lied von Paul Gerhard, der lange Zeit als Theologe in Berlin und Brandenburg gewirkt hat, gab dem gewichtigen Bild-Textband des renommierten Berliner Nicolai Verlages den Titel. Er erschien noch rechtzeitig zum Eröffnungskonzert der 25. Brandenburgischen Sommerkonzerte, am 14. Juni in der Kreuzkirche zu Königs Wusterhausen, das von der Kammerakademie Potsdam unter Antonio Méndez und dem Oboisten Ramón Ortega Quero bestritten wurde. In ihrem Grußwort würdigte die Kulturministerin des Landes Brandenburg das 1990 ins Leben gerufene Festival als „Erfolgsformat“. Sie hob hervor, dass „es den Machern der Sommerkonzerte und vielen freiwilligen Helfern vor Ort“ gelungen war, „jedes Jahr eine hochkarätige und attraktive Konzertreihe mit international bekannten Musikern, Chören, Orchestern und Dirigenten anzubieten“. Weiterlesen

Großer Beifall für die Benefizkonzerte des World Doctors Orchestra unter Stefan Willich mit dem Cellisten Ludwig Quandt in Dresden und Berlin

„Wo die Sprache aufhört, fängt die Musik an“. Dieser Ausspruch des Dichters E.T.A. Hoffmanns ist symptomatisch für ein ungewöhnlich ambitioniertes Laienorchester, das sich nicht nur als Kulturbotschafter versteht, sondern seine vordringliche Aufgabe darin sieht, die Not in der Welt durch die Unterstützung medizinischer Hilfsprojekte zu lindern. Es sind Ärztinnen und Ärzte aus aller Welt, die sich vehement mit ihrem außergewöhnlichen freizeitlichen Engagement ideell und finanziell dafür einsetzen, dass medizinische Versorgung ein Menschenrecht ist und die Voraussetzung aller menschlichen Entwicklung, unabhängig von politischen oder wirtschaftlichen Interessen Weiterlesen

Händels Zauberoper „Alcina“ am Staatstheater Cottbus ins Kaufhaus der „goldenen 20er Jahre“ verbannt

Am 14 März erlebte die, als „wohl schönste und anspruchsvollste Händeloper“ bezeichnete „Alcina“, ein Spätwerk des  Großmeisters der Barockmusik, nach 280 Jahren ihrer Londoner Uraufführung im Cottbuser Jugendstiltheater eine von der Regie nicht immer stimmige, jedoch einfühlsam und brillant musizierte, sängerisch überzeugende, tänzerisch packende und von daher beeindruckende Erstaufführung unter dem Dirigat des neuverpflichteten Ivo Hentschel mit Leila Salome Fischer in der Titelrolle.

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Wolfgang Hanke: Musikkritiker, -wissenschaftler, Autor und Journalist!

Wolfgang Hanke (1930 — 8.12.2014), aktiv bis zuletzt. Das warst du! Vorbild und Motor für uns alle. Liebender Familienvater, Wissenschaftler, Autor, Musiker, gründlicher Rechercheur, Kirchenmusikexperte.

Manchmal fehlen die Worte. Du fehlst in unserem Team!

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In Trauer
Maria-Brigitte und Johann-Christian Hanke

Die Erste Brandenburgische Landesausstellung im Schloss Doberlug erreichte imponierende Besucherzahlen

Brandenburg hat im Gegensatz zu seinem Nachbarland Sachsen lange gezögert, seine wechselvolle Geschichte und deren Träger mit einer eigenen Landesausstellung in das Blickfeld einer breiten internationalen Öffentlichkeit zu rücken. Für das derzeitige Jahr 2014 fiel endlich die Entscheidung. Sie war allerdings mit einem weitaus umfangreicheren Anspruch verbunden als die bisherigen sächsischen Landesausstellungen und bezog unter dem Leitgedanken „Preußen und Sachsen. Szenen einer Nachbarschaft“ ganz bewusst Sachsen in den umfangreichen Kontext ein im Blick auf das zeitweilig einvernehmliche Zusammenwirken, aber auch die seit dem 18. Jahrhundert zunehmenden Konflikte und kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen den beiden Kurfürstentümern bzw. Königreichen.

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Chefdirigent Hans-Christoph Rademann nimmt Abschied vom Berliner RIAS-Kammerchor

Spannungsvolle Begegnungen von alter und neuer Musik: Hans-Christoph Rademann nimmt am Ende der gegenwärtigen Spielzeit nach acht erfolgreichen Jahren als Chefdirigent Abschied vom Berliner RIAS-Kammerchor

Berlin besitzt zwei Rundfunkchöre der internationalen Spitzenqualität. Beide genießen im eigenen Land wie auch in weiten Teilen Europas und darüber hinaus hohes Ansehen. Jeder von ihnen hat jedoch ein unverwechselbar eigenes Profil. Der RIAS-Kammerchor zählt nur etwa die Hälfte der Mitglieder seines um mehrere Jahrzehnte älteren Partners (oder sollte man sagen: Rivalen ?). Auch die Zahl seiner Konzerte ist etwas geringer. Tourneen durch das In- und Ausland nehmen aber mindestens den gleichen Umfang ein. Ins Leben gerufen wurde der Chor 1948 als Ensemble des Rundfunks im Amerikanischen Sektor (RIAS), dessen Kurzbezeichnung er noch heute führt. Er erreichte unter seinen ersten Leitern, Karl Ristenpart, Herbert Froitzheim und Günther Arndt, schon sehr bald weit über Berlin hinaus hohes Ansehen, das sich seit 1972 unter Uwe Gronostay, Marcus Creed und Daniel Reuss permanent weiterentwickelte.

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